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Altwerden
Das Alter wird gemessen
in Jahren die vergehen.
Leider wird dabei vergessen:
das Alter kann man sehen.
Nicht die Jahre oder Tage
zeichnen die Gesichter,
Sondern Jubel oder Klage
spinnen Faltennetze weiter oder dichter.
Der Verlust von Hof und Haus,
eine Heimat, die nicht schützt,
das macht Alter aus
wogegen keine Creme nützt.
Familienbande, eng geknüpft,
liebe Freunde und Verwandte
machen, dass das Herz Dir hüpft,
löschen Falten, eingebrannte.
Mit den Kindern und den andern Kriegen
zur Erwachsenen zu reifen,
das Altern zu besiegen,
das Altewerden zu begreifen,
das Mädchen abzulegen
und zur Frau zu werden,
trotzdem junges Denken pflegen,
auch mit physischen Beschwerden,
das alles zählt zum Lebenslauf.
Erst an dessen Ende
hört das Älterwerden auf.
Jeder legt in seine Hände
wie alt er dieses Ziel erreicht.
Denn mit 90 jung zu sterben,
ist für den ganz leicht,
dessen Haare grau sich färben,
aber nicht sein Geist.
Frohsinn zu bewahren, Lebenslust,
Kinder um sich haben, heißt,
jung zu bleiben ganz bewusst.
Dir ist es gelungen
trotz den kalendarisch vielen Jahren,
das Denken eines Jungen
in deinem Innern zu bewahren.
Dein Körper misst mit seinen Wunden
die Lebenszeit und -mühen.
Dennoch ist Dein Jungsein nicht verschwunden,
es bringt Dich heut zum Blühen.
Älter bist auch Du geworden,
doch gealtert bist Du nicht.
Dafür schenk ich Dir den Jugendorden;
In Form von diesem Gedicht.
(für Großmutti 1998)
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